Design Thinking – Innovation durch Kreativitätstechniken

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Die Grundvoraussetzung für die Innovationsförderung im Unternehmen ist nicht nur ein funktionales Ideenmanagement. Die Integration verschiedener Methoden wie Kreativitätstechniken steigert außerdem die Produktivität. Das “out-of-the-box” thinking hilft dabei, neue Ideen zu entwickeln. Des Weiteren fördert der kreative Ansatz, Barrieren in der Produktentwicklung zu erkennen und schnelle Ergebnisse zu erzielen.

 

Kreativtechniken auf dem Prüfstand

Ideenmanagement ist Teil der Unternehmenskultur und widmet sich kontinuierlich der Suche nach Verbesserungen, Chancen und Potenzialen für die Organisation. Gutes Ideenmanagement ist flexibel, modern und lässt sich unkompliziert an verschiedene Modelle anpassen. Durch die Förderung verschiedener Kreativtechniken kann die Entwicklung von Innovationen effizient vorangetrieben werden. Weiterhin werden interne Abläufe und Prozesse verbessert.

 

Die Studie “Erfolg im Wandel 2017” der Unternehmensberatung Staufen zeigt, dass Kreativitätstechniken als unterstützende Maßnahmen von Ideenmanagement in deutschen Unternehmen bisher nicht den gewünschten Erfolg erzielten: Die Befragung der mehr als 650 Führungskräfte ergab, dass ca. 54 % der Unternehmen in Deutschland ihren kreativen Prozessen noch keine klare Struktur geben. Die Wiederholung der Studie im Jahr 2019 zeigte außerdem, dass Unternehmen wenig Wandlungsfähigkeit bewiesen und sich in diesem Punkt außerdem überschätzten. Die Folge sind längere Produktentwicklungszeiten bis zur Marktreife. Im internationalen Vergleich positionierte sich Deutschland in Sachen Kreativitätsförderung am Arbeitsplatz ebenfalls eher mäßig. Zwar waren deutsche Mitarbeiter sich einig, dass Kreativität entscheidend für den Geschäftserfolg sei. Jedoch gaben nur 25 % der Befragten an, dass in ihrem Arbeitsumfeld kreatives Denken gefördert werde (Enhancing Creativity in the Workplace, 2014).

 

Ideenmanagement Beispiele

 

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) Maßnahmen in Unternehmen

KVP ist eine verbreitete Methode zur Ideenfindung in Betrieben. Ziel ist es, in kleinen, aber kontinuierlichen Schritten die Verbesserung von Produkten und Prozessen zu erreichen. Die Ideenfindung und Umsetzung wird im Team betrieben, sodass Lösungsansätze gemeinsam erarbeitet werden. Je nach Firmenkultur und Stakeholder wird hier oft mehr Wert auf die Zielerreichung und eine positive Erfolgsbilanz gelegt, als auf die gemeinsame Erarbeitung der Problemstellung und den kreativen Einbezug der Mitarbeiter.

 

Betriebliches Vorschlagswesen

Ein gutes Beispiel für betriebliches Vorschlagswesen ist die von Toyota entwickelte Innovationskultur Kaizen. Heute ist sie als Bestandteil des Toyota-Produktionssystems (TPS), auch als Lean-Management bekannt. Die Unternehmensphilosophie setzt ein betriebliches Vorschlagswesen voraus, indem alle Mitarbeiter in den permanenten Verbesserungsprozess der unternehmensinternen Abläufe eingebunden werden. Anders als bei KVP reichen Mitarbeiter individuelle Verbesserungsvorschläge ein und erarbeiten diese nicht im Team. Angeschlossen ist ein Prämierungssystem für besonders innovative und hilfreiche Vorschläge.

 

Wie Design Thinking Unternehmen revolutioniert

Die Methode Design Thinking kann als moderne Fusion von KVP und Kaizen betrachtet werden. Die innovative, prozessorientierte Methode setzt auf die Lösung von Problemen durch die Entwicklung neuer Ideen und das Einnehmen der Nutzerperspektive. Design Thinking zeichnet sich durch eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen jeglicher Art aus. Im Zentrum der User-zentrierten Methode stehen zuallererst die Nutzerwünsche- und Bedürfnisse. Ziel ist es, die Strategie agil und flexibel am Kunden auszurichten und so seinen Nutzen zu maximieren. Die stetige Rückkopplung zwischen Entwicklern und der Zielgruppe führt zu praxisnahen Ergebnissen. Der Ansatz kann Unternehmen helfen, ihre Produktivität durch anwendernahe Konzeptentwicklungen zu steigern und so langfristige Erfolge zu erzielen.

 

Der Design Thinking Prozess

Die Prototypen entstehen im Design Thinking in multidisziplinären Teams mit Personen unterschiedlichen Hintergrunds. Konkret bedeutet das ein Team aus Personen verschiedenen Alters, Geschlechts, anderer Nationalität, fachlicher Kompetenz, o. ä. zu bilden. Die Heterogenität der Gruppe ist von Vorteil, da sie unterschiedliche Blickwinkel auf dasselbe Produkt ermöglicht und so einen kundennahen Prototypen schaffen kann. Grundsätzlich können auch mehrere Teams an Teilfragen oder Phasen arbeiten und sich im Gesamtprozess regelmäßig austauschen. 

 

Die Design Thinking Methode als mobiles Verfahren

Die Design Thinking Methode besteht aus einem 6-Phasen Modell mit iterativen Schleifen, die es ermöglichen, Einsichten während des Prozesses wiederholt zu rekapitulieren. Im Vordergrund stehen dabei mobile Raumkonzepte und das Arbeiten mit Whiteboards und beweglichen Möbeln. Die gewonnene Flexibilität kann sinnvoll und kreativ angewendet, zum Lösen von Problemen und zu neuen Einsichten beitragen.

 

Design Thinking ist deswegen von so großem Vorteil, weil es Struktur und kreative Freiheit miteinander vereint. Der Prozess läuft wie folgt ab:

        1. Zu Beginn wird eine grobe Fragestellung definiert, die den Rahmen für das Produkt absteckt. 
        2. In der Beobachtungsphase geht es darum, in Feldbeobachtungen Empathie für den Nutzer aufzubauen. So wird ein besseres Verständnis der Zielgruppe ermöglicht.
        3. Anhand der Beobachtungen wird nun die konkrete Zielgruppe definiert.
        4. Über eine Fülle von Vorschlägen gelangt das Team zu einer konkreten Idee des Produkts.
        5. Eine konkrete Lösung wird entwickelt, die im Anschluss als Prototyp an der potenziellen Zielgruppe getestet wird. Die Testphase des Prototyping ist besonders wichtig: Hier geht es darum, noch bestehende Probleme zu lösen.
        6. Wurde das Feedback erfolgreich angewendet, wird die optimierte Version anschließend für den Markt freigegeben.

 

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In der Brainstorming Phase gibt es klare Regeln und Werte, an die sich alle Beteiligten halten sollten. Jegliche Wertung wird hinten angestellt, sodass auch verrückte Ideen Raum finden. Ziel ist es, möglichst viele Ideen anzubieten, nicht vom Thema abzuschweifen und auf den Vorschlägen der anderen aufzubauen. Der Prozess wird wenn möglich auch mit visueller Unterstützung, z. B. mithilfe von Mindmaps oder Pinnwandkarten vorangetrieben. Der Fokus im Design thinking liegt darauf, Kreativität strukturiert anzufeuern. Durch das Einbinden verschiedener Methoden in den aufeinander aufbauenden Phasen wird das Prototyping während des Prozesses kontinuierlich vorangetrieben und weiterentwickelt.

 

Design Thinking ist als Methode dann besonders hilfreich, wenn regelmäßig neue kreative Ansätze geschaffen werden sollen. Weiterhin erzielt Design Thinking gute Resultate in der Verbesserung von Produkten oder Dienstleistungen. Als Experten für Design, Entwicklung und Intrapreneurship begleiten wir Sie und Ihre Mitarbeiter in den verschiedenen Phasen der Ideenentwicklung und zeigen Ihnen, wie Sie das Ideenmanagement in Ihrem Unternehmen optimieren.