Die wichtigsten digitalen Geschäftsmodelle im Überblick

Loading Likes...

Die digitale Wende hat für Unternehmer vielerlei Möglichkeiten geschaffen, Geschäftsmodelle agiler zu gestalten. Dabei sind Digitalisierung und Initiativen wie die Industrie 4.0 Herausforderung und Chance zugleich. Besonders im Mittelstand kann die Transformation von Geschäftsmodellen und die Verwendung neuer Technologien viel leisten. Welche digitalen Geschäftsmodelle es gibt und wo, bzw. von wem diese (bestenfalls) angewendet werden, erfahren Sie hier im Blog.

Das Wichtigste in Kürze

Digitale Geschäftsmodelle bilden die Grundprinzipien und Werte einer Organisation für ihre digitalen Wertschöpfungsketten ab. Diese digitalen Geschäftsmodelle sollten Sie unbedingt kennen: 

  • One-Time Purchase
  • Subscription
  • Performance-based Pricing
  • Auctioning
  • Pay What you Want
  • Pay-per-Use
  • Add On
  • Surge Pricing
  • Individual Pricing
  • Marktplatz-Modell
  • E-Commerce
  • Daten

So finden Sie das geeignete digitale Geschäftsmodell

“Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst“ (Alexander Osterwalder & Yves Pigneur, Autoren des Handbuchs “Business Model Generation). Doch welche Geschäftsmodelle eignen sich, um Werte und Wertschöpfungsketten ideal abzubilden? Um zu ermitteln, welches digitale Geschäftsmodell nun am besten zu den Grundprinzipien der eigenen Organisation passt, sollten sich Unternehmer diese drei Grundfragen stellen:

  • Was ist mein Angebot? 
  • Welchen Wert kann ich meinen Kunden bieten?  
  • Wie will ich meine Wertschöpfungskette gestalten?

Der Schwerpunkt sollte in der Auswahl des digitalen Geschäftsmodells besonders auf den Kunden gelegt werden. Nicht jedes Geschäftsmodell ist für jede Zielgruppe geeignet und das muss es auch nicht dauerhaft bleiben. Flexibilität und Kreativität sind hier gefragt um sich mit Plattformen oder Technologien von den Geschäftsmodellen der Konkurrenz abzuheben. Verlagert sich die Zielgruppe, sollte das aktuelle Geschäftsmodell immer reflektiert und eventuell angepasst werden. Unternehmer sollten auch den Wandel der Kundenbedürfnisse immer im Blick behalten, der sich meist entlang des digitalen Booms entwickelt. Digitale Transformation bedeutet schließlich immer auch, aus Herausforderungen Chancen zu schaffen und so die Konkurrenz mit neuen Ideen und Trends auszubooten.

Diese digitalen Geschäftsmodelle sollten Sie unbedingt kennen

One-Time Purchase

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um den einmaligen Kauf einer Dienstleistung oder eines Services. Danach ist das Produkt zur freien Verfügung des Käufers nutzbar und muss nicht wieder erworben werden. Lizenzgeber von Softwareprogrammen sind ein Beispiel für Unternehmen, die dieses Modell nutzen.

Subscription

Besonders beliebt ist dieses Modell bei Online-Diensten wie Netflix und  Dating Portalen wie z.B. Parship. Kunden entrichten einen regelmäßigen Beitrag  an den Anbieter. Die Beiträge können monatlich aber auch jährlich fällig sein. Der Abonnement-Gedanke hinter diesem Modell macht den Service für den Zeitraum der geleisteten Zahlung permanent verfügbar. Das Subscription Modell hat den Vorteil,  das Erlöse vergleichsweise stabil sind. Das gibt Unternehmern die Möglichkeit auch langfristig Budgets und Umsätze zu planen. 

Performance-based Pricing

Performance-based Pricing schafft eine win-win Partnerschaft für Anbieter und Käufer. Anstatt Produktionskosten abzurechnen, wird hier nur bezahlt, was auch geleistet wird. Die Kosten sind also abhängig von der Performance eines Produkts oder eines Services. Das garantiert auf der einen Seite dem Käufer, dass er nicht  mehr zahlt, als er tatsächlich bekommt und auf der anderen Seite dem Anbieter, dass dieser eine angemessene Bezahlung seiner Leistung entsprechend, erhält.

Auctioning

Auctioning verlagert Offline-Auktionen aus traditionellen Auktionshäusern in die  digitale Welt. Den Preis eines Produkts haben die Bieter selbst in der Hand. Das höchste Gebot gewinnt. Unternehmer profitieren dann von einer Provision, abhängig vom Kaufpreis. Der wohl größte und bekannteste Player in Sachen Auctioning ist das Online-Portal Ebay. Hier kommen private Anbieter zusammen um Güter zu verkaufen und zu erwerben. Ein großer Vorteil für Kunden ist die hohe Reichweite und damit der große der Markt, den User sich mit der Nutzung einer solchen Auktionsplattform erschließen.

Pay What you Want

Pay What you Want ist längst nicht mehr nur Teil von Stadtführungen für Touristen  oder den Werbemaßnahmen von lokalen Theatern. Auch in der digitalen Welt hat dieses Modell bereits Einzug gefunden. Das Prinzip ist simpel: Käufer, bzw. Kunden bestimmen den Preis, den sie bereit sind für einen Service oder eine Dienstleistung  zu zahlen, einfach selbst. Limits nach oben oder unten gibt es nicht. Die  Preisbildung bleibt ganz den Usern überlassen. Insbesondere wenn Neukunden geworben werden sollen ist das Modell hilfreich, da es ohne große Verpflichtungen oder Forderungen seitens des Anbieters funktioniert. 

Pay-per-Use

Pay-per-Use ist das neue digitale Prepaid-Modell, das die meisten sicherlich noch von alten Mobilfunkverträgen kennen. Die Idee, User bezahlen nur das, was sie auch  wirklich verbrauchen. Die Tariftabelle wird dem Kunden transparent gemacht. So  erhalten User die volle Kostenkontrolle über die gewünschte Nutzung des Services,  bei voller Flexibilität. Besonders im Transportbereich ist dieses Modell beliebt. So zahlen Kunden beim Anbieter Car2go einen Minutenpreis für die Ausleihe eines Fahrzeugs. Umsätze sind mit dem Pay-per-Use-Verfahren eher schwer kalkulierbar, dem Kunden jedoch bietet es die maximale Flexibilität. Besonders Zielgruppen, die sich ungern an feste Abonnements mit regelmäßigen Zahlungen binden möchten und Services eher sporadisch nutzen, werden mit diesem Modell angesprochen. 

Freemium

Hier bietet ein Unternehmer die Basics seines Services umsonst an, also frei nutzbar für alle Kunden. Upgrades sind dann gegen Zahlungen erhältlich, wie bspw. in einem  monatlichen Abonnement. Dropbox und Spotify nutzen Freemium als Marketingtool.  So bietet Dropbox allen Kunden eine begrenzte GB-Speicherkapazität in der Cloud. Wer mehr Speicherplatz will, muss dafür bezahlen. Spotify hingegen wirbt mit  100 prozentigem kostenlosen Musikgenuss. Wer jedoch keine störende Audio-Werbung zwischen den Tracks eingeblendet haben möchte, oder Musik auch offline hören will, der muss auf die Premium-Version upgraden. Freemium ist ein  wirksames Tool, um Neukunden anzuwerben und eine große Userbase aufzubauen. Die Herausforderung besteht letzten Endes darin, die User zum Upgrade auf die bezahlte Version zu bewegen.

 Modular Pricing

Auch dieses Modell eignet sich für Zielgruppen, die Flexibilität und Selbstbestimmtheit schätzen. Unternehmen splitten ihre Services oder Produkte in Module, die einen jeweiligen Einzelpreis besitzen. Käufer bestimmen dann selbst, welche Module sie für sinnvoll halten und zusätzlich zur Basis erwerben möchten.

Add On

Ähnlich funktioniert das Add-On-Prinzip. Hier wird ein günstiges Kernprodukt mit  weiteren Extras kombiniert, sodass für Kunden ein variables Angebot entsteht. Dieses können User dann individuell an ihre Bedürfnisse anpassen. Gerade im  Softwarebereich kann Add On für Unternehmen interessant werden.  Software oder Webtools können so passgenau und bedürfnisorientiert an den Kunden ausgeliefert werden. 

Surge Pricing

Surge Pricing setzt dynamisches Preismanagement in den Fokus. Die Preisstrategie der Unternehmen für Produkte oder Dienstleistungen richtet sich nach spezifischen live Daten, bspw. dem aktuellen Marktbedarf. Die Preisbildung ist demnach nicht starr, sondern bleibt flexibel und richtet sich nach äußeren Gegebenheiten. Das hat den Vorteil, dass Unternehmen bedarfsorientiert handeln und denken. Ein Nachteil ist die erschwerte finanzielle Planbarkeit aufgrund der variablen Preisbildung.

Individual Pricing

Die Preisbildung für dasselbe Produkt unterscheidet sich in diesem Modell für verschiedene Kunden. Ausschlaggebend dafür können sein die Kaufhistorie oder Eigenschaften von Usern, aber auch die Location oder das Smart Device von dem aus ein Kauf erfolgt. Beispielsweise zahlen Rentner oder Studenten und Auszubildende für einen Service weniger, als Personen, die voll im Berufsleben stehen. Spotify bspw. bietet solch einen Individual Pricing Tarif für Azubis und Studenten an.

Marktplatz-Modell

Das Marktplatz-Modell fungiert als digitaler Vermittlungsmarktplatz für Produkte und  Dienstleistungen. Eine Vielzahl unabhängiger Anbieter und Käufer können auf der Plattform aktiv sein und Produkte zum Kauf anbieten, oder erwerben. Amazon und Ebay sind diesem Prinzip entsprechend aufgebaut, aber auch Immobilienscout24 oder Reiseanbieter wie Expedia nutzen das Modell. Die Vorteile für Käufer und Verkäufer sind die extrem hohe Reichweite, die sie auf der Plattform erzielen können sowie die Transparenz und die Auswahlmöglichkeit aus einer großen Menge verschiedener Angebote. Für Kunden wird so die Suche, aber auch der Vergleich  zwischen verschiedenen Angeboten erleichtert. Die Nutzung solcher Plattformen ist zudem kostengünstiger für Anbieter, als ein eigener Online-Auftritt. 

E-Commerce

Allgemein gesprochen ersetzt E-Commerce schlichtweg den klassischen Offline-Handel mit materiellen Gütern. Online Shops wie Zalando oder Amazon sind Beispiele für die Übertragung auf die digitale Ebene. Doch auch im stationären Handel ist E-Commerce bereits Normalität. So betreiben bspw. kleinere Marken und der Einzelhandel eigene Webseiten mit verknüpften Online Shops.

Daten

Userdaten sind mit zum wertvollsten Zahlungsmittel im digitalen Zeitalter geworden. Die Daten ermöglichen ein gezieltes, individualisiertes Marketing, aber auch Verbesserungsmöglichkeiten für Produkte oder Services können aus der Analyse von Userdaten abgeleitet werden. Erhalten User kostenlosen Zugriff auf Inhalte oder Online-Services, geht dies oft mit der Zustimmung zur Nutzung der Userdaten einher. Unternehmen nutzen diese dann für personalisierte Werbeangebote oder Suchergebnisse. Ein kostenloser Service der sich über Userdaten finanziert ist bspw. Facebook.

Sind Sie noch auf der Suche nach einem digitalen Geschäftsmodell, dass Ihren Service oder Ihr Produkt bestmöglich unterstützt? Gerne beraten wir Sie eingehend zu allen digitalen Möglichkeiten und den verschiedenen Marketingkanälen. Schreiben Sie uns und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Ersttermin.