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Innovationstreiber Gaming-Branche: Wie Spiele den technologischen Fortschritt pushen

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Die Deutschen lieben Gaming: Knapp jeder Zweite spielt, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Nicht verwunderlich also, dass der Games-Markt im ersten Halbjahr von 2019 mehr als 2,8 Millionen schwer war. Damit verzeichnete der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 11 Prozent (Verband der deutschen Games-Branche).

Dass die Gaming-Branche ein wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft ist, weiß auch die Bundesregierung. Für 2019 hatte der Bundestag beschlossen, insgesamt 50 Millionen Euro für die Förderung von Games aus dem Bundeshaushalt freizumachen. Denn Gaming kann viel mehr als nur Spaß machen. Tatsächlich sind Games vielseitige Entwicklungstreiber moderner Technologien.

So beeinflussen Gaming-Technologien Innovationen

Games sollen maximal erlebbar und noch intensiver sein. Doch dazu müssen Spiele ständig an die moderne Grafikhardware optimiert. Aber auch moderne Prozessoren, Speicher, Audiogeräte, Monitore und Netzteile sind wichtige Faktoren für die vollwertige Funktion immer komplexer gestalteter Spiele. Um dem Standard, den die Spieleindustrie sich setzt, gerecht zu werden, müssen sich Technik und Games daher wechselseitig anpassen. Auch User sind mehr oder weniger gezwungen in neue Ausrüstung zu investieren. Denn ein innovatives Game mit neuen Effekten macht auf einem veralteten PC einfach keinen Spaß. Bestes Beispiel sind Virtual Reality Games: Die Spiele verfehlen ohne VR-Brille ihren Sinn. Wer wirklich in Virtual Reality eintauchen möchte, muss als User also investieren. Neue Games sind demnach Treiber für Technologien, aber auch Bedürfnismacher für die Modernisierung der eigenen Ausrüstung. 

Das können Simulationen mit Echtzeit Fokus

Gaming erfordert oft Technologien, die noch nicht als Patentlösung auf dem Markt verfügbar sind. Das beste Beispiel ist die Entwicklung des Betriebssystems Microsoft Vista. Ermöglicht wurde die Entwicklung erst durch eine entsprechende Hardwarebasis, die ursprünglich für Spiele entwickelt wurde. Heute ist es Gang und gäbe, dass CPU’s, die Herzstücke der Rechner, im Gaming auf ein Niveau gepusht werden, das ein gewöhnlicher Bürorechner (noch) nicht benötigt. Doch nicht nur im Hardware-Bereich sind Gaming Innovationen für Entwickler interessant. Auch in Sachen Visualisierung und Simulation ist die Gaming Branche starker Vorreiter. Moderne Spiele fokussieren sich häufig auf grafische Darstellungen im Echtzeit Fokus. Ein Modell, das in der freien Wirtschaft schon längst großen Anklang gefunden hat. Grund sind die vielfältigen Möglichkeiten, die solche Programme bieten. Interaktive Visualisierungen, bpsw. für Architekturprojekte sind besonders beliebt. Modelle können schnell an kleinen Stellen abgeändert werden und der Umbau erfordert kein gänzlich neues Modell mehr. Das ermöglicht mehr kreativen Freiraum. Experimente sind nun kein Unsicherheitsfaktor mehr, sondern steuern zum Gewinn der Projekte bei. Produkte können effizienter und flexibler angepasst werden, die Arbeitsprozesse werden beschleunigt. Die Gaming-Branche hat vielen Arbeitsbereichen damit ein starkes Werkzeug an die Hand gegeben, das auch in Sachen Kosten ein großes Plus birgt. So profitiert die Branche des Filmdrehs enorm von den Entwicklungen im Simulationsbereich. Bevor es an die eigentliche handwerkliche Arbeit geht, können Sets nun virtuell konzipiert werden. Die Überarbeitung gelingt mit wenigen Klicks und auch Stellproben sind vorab zu geringen Kosten möglich.

Serious Games erobern den Bildungssektor

“Computer- und Videospiele sind mediales Abbild des digitalen Zeitalters, Kulturgut, Bildungswerkzeug und Innovationstreiber gleichermaßen”, meint auch FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Simulationen tauchen als Games bereits an vielen Stellen in der Kinder- und Erwachsenenbildung auf. Militärische und Medizinische Simulationen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese werden bspw. an der Universität Münster im Medizinstudium eingesetzt. Die authentische Darstellung einer virtuellen Spielwelt lässt den Spieler in die Situation eintauchen und ermöglicht so ein mit der Realität vergleichbares Erlebnis. Auf die Kenntnisse der im Spiel erlernten Inhalte, wie bspw. Gefahrensituationen oder Notfälle, können die Spieler dann in der Realität zurückgreifen. Am Beispiel der Medizinstudenten bedeutet das, dass sie Entscheidungssituationen und Behandlungsmethoden im virtuellen Raum üben können. Doch nicht nur für die Schulung spezialisierten Personals ist die Technologie mit vielen Vorteilen verbunden. Auch im schulischen Bildungsbereich könnten Simulationen als Selbstlernprogramme in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Gaming als Testplattform für Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) in die Digitalisierung von Instrumenten oder Technologien zu integrieren ist immer stärker im Trend. Besonders maschinelles Lernen rückt vermehrt in den Fokus von Entwicklern. Gaming und KI scheinen auf den ersten Blick nicht so richtig zusammenzupassen? Falsch gedacht, denn Games können als wertvolle Testplattformen dienen, um komplizierte Denkprozesse in Bezug auf KI zu prüfen und zu fördern. Um die Technologie optimal nutzbar zu machen und zukunftsfähig zu gestalten, haben das Games-Unternehmen Blue Byte und das Cologne Game Lab der TH Köln ein kooperatives Forschungsprojekt gestartet. Im Fokus stehen Tests der Tauglichkeit prozedural erstellter Spielinhalte und -elemente. Erforscht werden bspw. Methoden der automatisierten Generierung. Inhalte sollen durch maschinelles Lernen und KI künftig organischer gestaltet, Entwicklungsprozesse optimiert werden. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union und aus Mitteln des CreateMedia.NRW-Programms.

Die Gamescom: Vibrierende Plattform für Innovationen

Die Regierung zeigt zunehmend Interesse für Innovationen im Gaming Bereich und hat das Potenzial für die deutsche Wirtschaft erkannt. Das wird auch anhand der großen Delegation politischer Größen, die an der Eröffnung der Gamescom 2019 teilnahmen, deutlich. So machten Bundesverkehrs- und Digitalminister Andreas Scheuer, Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär, Dr. Joachim Stamp als stellvertretender Ministerpräsident von NRW, und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihre Aufwartung. Mit 373.000 Besuchern in diesem Jahr ist die Gamescom das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele. Gleichzeitig dient die Veranstaltung als größte europäische Business-Plattform der Games-Branche. Und die wächst jedes Jahr weiter. 2019 verzeichnete die Gamescom mit 1,153 Ausstellern einen Zuwachs von 10 Prozent. Auf Rund 218.00 m² stand bereits 8 Prozent mehr Fläche zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Große Themen auf der Messe waren bspw. Trends wie Cloud- und Indie-Gaming, aber auch Turniere der neuen Disziplin e-Sport fanden während der Ausstellungswoche statt. Computerspiele oder ein Stand der Wirecard AG, hier findet man alles rund um Innovationen im Gaming, aber auch um Geschäftsabläufe uvm. Nicht nur passionierte Gamer kommen hier auf ihre Kosten. Zu sehen, was die Gaming-Technologie bereits ermöglicht, macht für viele Besucher anderer Fachbereiche den großen Charme der Veranstaltung aus. Vertreten waren rund 70 Prozent internationale Aussteller. Denn in vielen Ländern wird die Gaming-Entwicklung bereits seit vielen Jahre staatlich gefördert. Für Deutschland wurden für Herbst 2019 zwar Games-Förderungen kleinerer Projekte zugesagt, eine feste Integration in die Förderung durch den Bundeshaushalt fehlt in Deutschland allerdings noch. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Bundesregierung das Potenzial der Gamingbranche als Innovationstreiber auch mit erweiterten finanziellen Mitteln anerkennen wird. Denn dass die Entwicklungen im Gaming Bereich einen ganz entscheidenden Anteil an der Digitalisierung, wie wir sie heute kennen und wie wir sie in Zukunft erleben werden hat, ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Unser Team von Story&Story war auf der Gamescom 2019 um sich auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Sie haben Fragen zum Innovationstreiber Gaming-Branche oder zu Digitalisierungsprozessen in Ihrem Unternehmen? Wir beraten Sie gerne zu den neuesten Trends und Technologien in Webentwicklung und Design. Wir machen Ihr Unternehmen fit für die Zukunft.

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