Headless CMS

Warum ein kopfloses System sich lohnt.

Wir beschäftigen uns schon mehrere Jahre mit der Umsetzung von Online-Shops und Webprojekten auf der Grundlage von Content Management Systemen, kurz CMS. Im Zeitalter des Web 4.0 und dem Internet der Dinge wird gerade das “kopflose” Headless CMS immer relevanter.

Ein CMS ist eine Web-Anwendung, die bei der Erstellung und Verwendung von Websites behiflich ist. Es findet seine Verwendung bei Online-Shops, Online-Plattformen, Web-Portalen und vielem mehr. Ein CMS hilft bei der Steuerung von Web-Prozessen mit Hilfe von graphischen Oberflächen und modularem Aufbau.

Ähnlich wie bei Shopsystemen gibt es keinen eindeutige Platzhirschen bei CMS-Systemen, die Auswahl hängt immer von mehreren Kriterien ab:

  • Shop- oder Projektgröße
  • Budget (komplexe Systeme sind meist teurer)
  • Skalierungsbedarf (je skalierbarer, desto komplexer)
  • Wartungsbedarf und Entwicklungspotentiale

Die Klassiker

 

WordPress, Typo3, Joomla und Drupal gehören zu den beliebtesten und von Agenturen und Privatpersonen am häufigsten verwendeten Content Management Systemen. Jedes System hat seine individuellen Stärken und Schwächen. Die Entscheidung hängt immer von den Anforderungen an das Projekt oder den Shop ab. Die folgende Auflistung gibt einen kurzen Einblick in die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme.

WordPress

Kaum Aufwendig

Zahllose Plugins

Größte Community

Komfortables Backend

Häufig Komplikationen bei Einsatz von vielen Plugins

Sicherheitsrisiken

Performance und Stabilität

Typo3

Professioneller Workflow

Gut geeignet für Unternehmenseinsatz

hohes Maß an Sicherheit

Erfordert lange Einarbeitung

Hoher Administrationsaufwand

Joomla

Gut strukturiert

Hohe Sicherheit Out-of-the-Box

Schnelle Installation

Nicht Multi-Domain-fähig

Rudimentäre Rechteverwaltung

Drupal

Benutzerfreundlich

Modular

Skalierbar

Nicht ohne Entwicklerkenntnisse nutzbar

Versionsupdates aufwendig

Headless CMS

Neben den bereits erwähnten CMS-Systemen gibt es noch eine weitere Gattung, das sogenannte Headless CMS.

 

Während ein traditionelles CMS typischerweise die Inhalts- und Darstellungsebenen einer Website kombiniert, ist ein Headless CMS lediglich die Inhaltskomponente. Es konzentriert sich ganz auf die Verwaltungsoberfläche für Inhaltsersteller, die Erleichterung von Content-Workflows sowie auf Zusammenarbeit.

headlesscms-statue

Unabhängig, dynamisch und zukunftssicher

Das Headless CMS-Konzept entspringt den Anforderungen des digitalen Zeitalters. Für Unternehmen ist es mittlerweile notwendig, sich darauf zu konzentrieren, Kunden mit personalisierten Inhalten über mehrere Kanäle in allen Phasen der Customer Journey anzusprechen. Da der Inhalt in einem Headless CMS als “rein” angesehen wird (weil er keine Darstellungsebene, bzw. Frontend hat), reicht eine einzige Instanz für die Anzeige auf jeglichen Geräten: Website, Handy, Tablet, Smart Watches, etc. Gerade im Vorstoß des “Internet der Dinge” ist dies oft ein entscheidender Faktor für den Einsatz eines “kopflosen” Systems.

Ohne Kopf, trotzdem clever

Es herrscht Verwirrung darüber, was genau ein headless CMS nun wirklich “kopflos” macht. Die Anbieter verwenden den Begriff gerne recht lose, um ihre entkoppelten oder hybriden CMS-Systeme als solche zu kennzeichnen. Ein echtes Headless CMS ist ein System, das von Grund auf unter der Devise API-first entwickelt wurde. Es ist nicht ein vollwertiges monolithisches CMS mit anschließend angehängten APIs.

API steht für “Application Programming Interface” und bezeichnet eine Schnittstelle zwischen verschiedenen Komponenten. Sie erleichtern die Datenübergabe zwischen Modulen und Programmen und sind vielseitig einsetzbar. Komplexe und moderne Systeme kommen heutzutage ohne eine API nicht mehr aus.

Neben regulären, selbst gehosteten Systemen gibt es mittlerweile auch Cloud-Anbieter. Cloud-first Headless CMSs sind Systeme, die mit einem Cloud-Modell im Kern erstellt wurden und deren Anbieter sie als Software as a Service (Saas) vermarktet. Das verspricht hohe Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und vollständiges Management von Sicherheit und Updates im Auftrag des Kunden.

Vorteile von Headless Content Management Systemen

Omnichannel-Bereitschaft

Die in einem Headless CMS erstellten Inhalte sind “rein” und können über mehrere Kanäle, darunter Website, mobile App, Virtual Reality, Smartwatch usw., überall und jederzeit während der Kundenreise wiederverwendet werden.

Niedrige Betriebskosten

Headless CMS sind in der Regel billiger zu installieren und zu betreiben als ihre monolithischen Pendants, zumal sie typischerweise auf einem Cloud-Modell basieren, bei dem mandantenfähige Optionen die Betriebskosten niedrig halten.

Flexibilität

Contentersteller können in jedem beliebigen Headless CMS arbeiten und Entwickler können jede Art von Frontend in ihrer bevorzugten Sprache (z.B. Ruby, PHP, Java oder Swift) erstellen und die beiden dann einfach über APIs (wie JSON oder XML) über RESTful Kommunikation integrieren. Dies ermöglicht eine mehrsprachige Programmierung, bei der mehrere Programmierparadigmen verwendet werden können, um Inhalte für mehrere Kanäle bereitzustellen. Es ermöglicht Unternehmen, von den neuesten Entwicklungen verschiedenster Programmiersprachen zu profitieren und eine Microservice-Struktur zu fördern.

Einfach zu bedienen

Herkömmliche CMS-Systeme sind in der Regel umständlich und komplex, da die Anbieter versuchen, alle verfügbaren Funktionen Out-of-the-Box anzubieten. Headless-Systeme konzentrieren sich einzig und allein auf Content Management. Sie halten Funktionen und Features für diejenigen, die sie täglich nutzen, einfach. Die gesamte Benutzererfahrung kann in der Regel aus einem Backend heraus verwaltet werden.

Kürzeres Time-to-Market

Ein kopfloses CMS fördert eine agile Arbeitsweise, da Inhaltsersteller und -entwickler gleichzeitig arbeiten können und Projekte schneller abgeschlossen werden können.

Skalierbarkeit

Die Inhaltsreinheit und zustandslosen APIs von Headless-CMS ermöglichen eine hohe Skalierbarkeit, zumal die Architektur die Elastizität einer Cloud-Plattform voll ausschöpft.

Systemsicherheit

Da die Inhalte typischerweise über ein leistungsfähiges Content Delivery Network (und nicht direkt aus der Datenbank) bereitgestellt werden, wird das Risiko von Distributed Denial-of-Service-Angriffen (DDOS) reduziert.

Stärkung des Marketings

Marketingspezialisten können sich in bestimmten Szenarien mehr auf Entwickler verlassen, z.B. bei der Erstellung einer Landing Page mit eigenem Layout oder Content-spezifischen Gestaltungs-Templates.

Unsere Headless-CMS Favoriten

Das von einem deutschen Startup entwickelte Contentful ist eines unserer Go-to Headless CMS. Contentfuls Infrastruktur bietet eine leistungsstarke Reihe von APIs zur Verwaltung, Integration und Bereitstellung von Inhalten für alle Geräte und Dienste. Es ist sehr einfach zu handhaben und erfordert kaum Einarbeitung. Die Erweiterung durch eigene, individuelle Microservices ist einfach und komfortabel. Durch das schlanke und intuitive Interface lassen sich Datenmodelle und Inhalte spielend leicht erstellen und verwalten.

Strapi ist ein Open Source Projekt. Mit Strapi ist es möglich, eine mongoDB oder eine SQL-Datenbank im Hintergrund zu verbinden. Durch Plugins und dem Marketplace lassen sich Erweiterungen installieren. Strapi ist self-hosted und kann mittels Docker Container installiert werden. Die API von Strapi ist sehr übersichtlich. Durch GraphQL erhält man die Möglichkeit, flexible und relationale Abfragen zu tätigen, ohne weitere Eingriffe in den Code vorzunehmen.

 


 

Wir sind eine Agentur, die digitale Projekte mittels Headless CMS realisiert. Dabei empfehlen und benutzen wir Contentful oder Strapi. So können wir individuelle Anforderungen maßgeschneidert umsetzen und gewährleisten ausgezeichnete Performance und Stabilität.

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